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Inhalt:

Waren Juristen in der DDR "ideologieanfälliger" als die Vertreter anderer Berufe? Dienten die Rechtswissenschaftler einem "Unrechtsstaat"? Wie ging die SED mit den Juraprofessoren um, wie brav befolgten diese die Parteibeschlüsse? Die US-amerikanische Rechtshistorikerin Inga Markovits benutzt die Juristische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin als Labor, um zu beschreiben, wie sich Juristen in der DDR im Spannungsfeld zwischen Macht und Recht bewegten. Sie erzählt die 40-jährige Geschichte der Fakultät aus drei verschiedenen Perspektiven: als Anpassung und Unterwerfung unter die SED, als mürrisches Ausweichen und Unterwandern von Parteibeschlüssen sowie als Verschleiß des politischen Glaubens an den Sozialismus oder zumindest an die Partei. Markovits resümiert: Die DDR wurde nie zum "Rechtsstaat" im technischen Sinn des Wortes, aber sie war auch kein "Unrechtsstaat", sondern bewegte sich im Laufe der Jahrzehnte vom "Nicht-Rechtsstaat" allmählich auf den Rechtsstaat zu.

Autor(en) Information:

Jahrgang 1937, studierte Rechtswissenschaften an der Freien Universität Berlin, wo sie auch promovierte, politische Wissenschaften an der Cornell University, N. Y., und Jura an der Yale Law School. Sie arbeitete als Attachée beim Auswärtigen Amt in Bonn und an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, war Lecturer an der Stanford Law School, ab 1976 Professorin an der University of Texas Law School, 2018 Emeritierung. Veröffentlichungen u. a.: "Sozialistisches und bürgerliches Zivilrechtsdenken in der DDR" (Köln 1969), "Die Abwicklung. Ein Tagebuch zum Ende der DDR-Justiz" (München 1993), "Gerechtigkeit in Lüritz" (München 2006).

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