die Onleihe der Bibliotheken des Goethe-Instituts e.V.. Lookalikes

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Inhalt:

Düsseldorf, Königsallee: Menschen, die sich Justin Timberlake, Josephine Baker und Serge Gainsbourg nennen, flanieren über das Trottoir. Sie sind Lookalikes, haben sich bei einschlägigen Agenturen registrieren lassen und sind damit beschäftigt, ihre Ähnlichkeit mit diesen Berühmtheiten produktiv zu machen. Sie lesen Bücher (über G-Strings, Pelze und Lacan), sehen sich französische Spielfilme an, haben Affären und kommunizieren vorzugsweise elektronisch. Salvador da Bahia de Todos os Santos: Thomas Meinecke ist eine Romanfigur, die sich in den afrobrasilianischen Tempeln der Stadt auf die Spuren des Schriftstellers Hubert Fichte begibt und dort die synkretistischen Rituale des candomblé erlebt, in denen nicht nur Heilige in transatlantischen Doppelrollen agieren, sondern Götter die Körper der Gläubigen übernehmen. Thomas Meinecke, mit allen postmodernen theoretischen Wassern gewaschener Literatur-Discjockey und Zitatraubritter, bekommt in seinem neuen Roman die Rechnung präsentiert: Der Text verschlingt seinen Autor und spuckt ihn als Romanfigur wieder aus, und mitten hinein ins verspielte und gleichzeitig todernst gemeinte Treiben der Lookalikes und ihrer Role Models.

Autor(en) Information:

Thomas Meinecke wurde am 25.08.1955 in Hamburg geboren. In den 80er Jahren erschienen in unregelmäßigen Abständen in der ZEIT Kolumnen von ihm, 1986 der Kurzgeschichten-Band Mit der Kirche ums Dorf. Es folgten die Erzählung Holz (1988) und die Romane The Church of John F. Kennedy (1996), Tomboy (1998), Hellblau (2001) und Musik (2004). Thomas Meinecke ist außerdem Musiker in der 1980 von ihm mitgegründeten Band Freiwillige Selbstkontrolle (FSK) und Radio-DJ in seiner Sendung Zündfunk (BR 2). 1994 zog er mit Frau und Tochter in ein oberbayrisches Dorf.