ThueBIBNet. Der Verbannte von Tomi

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Inhalt:

Eine Ehebruchsaffäre ließ ihn stolpern, den berühmten Verfasser der "Liebeskunst": Ovid, unfreiwillig Mitwisser einer Liaison der Julia, Enkelin des Kaisers Augustus, und kurze Zeit danach verbannt nach Tomi, dem heutigen Constanta. Der Zusammenhang geht dem Dichter erst allmählich auf, glaubte er doch mit seiner "Ars amatoria" politisch verfänglichen Tendenzen aus dem Wege gegangen zu sein. Erst in der Verbannung, in den Gesprächen mit seinem Bewacher und der uneingestandenen Liebe zu dessen Tochter Lilla, entdeckt er allmählich den tieferen Zusammenhang zwischen erotischem Freimut und politischem Liberalismus. Augustus, der mit verschärften Ehegesetzen restaurativ in die römische Gesellschaft eingriff, musste Ovids Liebesdichtung, die gerade die Ehe ausklammert, als subversiv ansehen. Ovids Hoffnung, der Kaiser werde seine Verbannung aufheben oder mildern, erweist sich als trügerisch. Ovid, Seume und Dostojewski - um diese Berühmten der Literatur rankt Volker Ebersbach seine drei historischen Erzählungen. Immer ist es die aktuelle Krisensituation, die ihn reizt, dem Dichter in der Auseinandersetzung mit sich und seinem Werk nachzuspüren. Authentisches Material und frei Erfundenes gehen eine gelungene Synthese ein, die den Leser auf historischem Hintergrund mit dem geistigen Ringen um Wahrhaftigkeit in der Kunst vertraut macht.

Autor(en) Information:

Volker Ebersbach ist am 6. September 1942 in Bernburg/Saale geboren und dort aufgewachsen. Nach Abitur und Schlosserlehre studierte er von 1961 bis 1966 Klassische Philologie und Germanistik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 1967 promovierte er über den römischen Satiriker Titus Petronius. Danach lehrte er Deutsch als Fremdsprache ab 1967 in Leipzig, 1968 in Bagdad, 1971 bis 1974 an der Universität Budapest, wo er auch mit seiner Familie lebte. Seit 1976 ist er freier Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber. Er schreibt Erzählungen und Romane, Kurzprosa, Gedichte, Essays, Kinderbücher, Biografien und Anekdoten. Er übersetzte aus dem Lateinischen ausgewählte Werke von Catull, Vergil, Ovid, Petronius, das Waltharilied, Janus Pannonius und Jan Kochanowski. Einzelne Werke wurden ins Slowenische und Koreanische übersetzt. Von 1997 bis 2002 war er Stadtschreiber in Bernburg. Danach lehrte er bis 2004 an der Universität Leipzig. Lion-Feuchtwanger-Preis, 1985 Stipendiat des Künstlerhauses Wiepersdorf und des Stuttgarter Schriftstellerhauses, 1993

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